Graf Hieronymus Maria Joseph von Lodron (1766–1823)

Am 7. September 1823 verstirbt der gräfliche Familienvorstand Hieronymus von Lodron in Wien.1 Er hinterlässt seine Witwe Cäcilia, vier Töchter und den 17-jährigen Sohn und damit Haupterben Constantin. Bisher lässt sich seine Grabstätte nicht auffinden, weder in Salzburg noch in Wien. Wer den Weg zur Gmünder Lodron’schen Familiengruft hinter der Kalvarienberg-Kapelle findet, steht vor seiner Familie.
Nichts erinnert dort an ihn. Der Übergang der Fideikommiss-Inhaberschaft von Hieronymus auf seinen Sohn Constantin wird in den Unterlagen des Gmünder Chronisten Dechant Broll mit 1825 datiert, obwohl Hieronymus bereits 1823 verstorben war. Was war passiert?
Nach Hieronymus’ Ableben hatte sich die Primogenitur-Familie zuallererst mit einem wahrhaften Schuldenberg auseinanderzusetzen – seiner desaströsen Hinterlassenschaft konnte sie sich nicht entziehen. Im Falle eines Erbantritts mit direkter Erbfolge vom Vater auf den Sohn mussten sämtliche Fideikommiss-Schulden mit übernommen werden. Der private Konkurs ihres Familienvorstands war bei seinem Ableben immer noch nicht abgeschlossen – trotz der seit 1816 in Kärnten und seit 1818 in Salzburg laufenden gerichtlichen Abwicklung. Der große Salzburger Stadtbrand (1818) hatte die katastrophale Vermögenszerstörung der Primogenitur ins Herzogtum Salzburg ausgeweitet. Parallel dazu hinterließ Hieronymus einen völlig zerrütteten Vermögenszustand im Fideikommiss Gmünd. Allein auf dem Gmünder Schloss der Primogenitur lasteten damals Grundschulden in Höhe von 140.000 Gulden – ein Vielfaches seines Werts.
Für Hieronymus’ Familie folgte ein langer Prozess zur Entscheidungsfindung (1823–1825): War es für den jungen Grafen Constantin möglich, trotz der Überschuldung ein Erbe anzutreten? Ein solches musste jedenfalls in der Lage sein, sich den finanziellen Verpflichtungen dieser Schuldentilgung zu stellen. Für den Erben entschied die Vormundschaft, vertreten durch seine Mutter Cäcilia und Fr. von Neugebauer, dem Bruder des Ehemanns von Hieronymus’ ältester Schwester Julia. Die Familie entschloss sich für die Rückführung der Außenstände. Bis 1830 übernahm Constantins Vormundschaft die Funktion der Inhaberschaft innerhalb einer kommissarischen Verwaltung.
Diese mehr als zwanzig Jahre dauernde Zwangsverwaltung des Fideikommisses dauerte bis 1844/45. Zuletzt liest man noch 1888–1895 in Amtsblättern des Klagenfurter Landgerichts von der «gräflich Hieronymus’schen Konkursmasse» als Beteiligte in Verfahren, die das Lodron’sche Fideikommiss betreffen. Demnach listen sich noch an die achtzig Jahre nach Konkurseröffnung weiterhin Verbindlichkeiten. Wie konnte es geschehen, dass sich eine der vermögendsten Familien des ehemaligen Fürsterzbistums Salzburg innerhalb weniger Jahre in dieser katastrophalen wirtschaftlichen Schieflage wiederfand? Im Falle des Grafen Hieronymus führte eine ganze Reihe voller unglücklicher Ereignisse zu dieser Anhäufung von Schulden. Diese werden als jahrzehntelanges Schicksalsgewicht zunächst auf den Schultern seiner Witwe und späterhin auf denen seines Erben Constantin lasten.
Tatsächlich beginnt sich das Blatt für die Lodron’sche Primogenitur schon von 1792 an zu wenden: Gleichzeitig mit dem großen Stadtbrand in Gmünd startet der kriegerische Zug Napoleons durch Europa, auch Gmünd wird dabei nicht verschont. Die Zeitspanne der Fideikommiss-Inhaberschaft Hieronymus’ deckt sich zu einem großen Teil mit der vollen Länge der Napoleonischen Kriege (1792–1815). Die europäischen Herrscher schieben das kirchlich regierte Land Salzburg in Gedanken schon etwas länger auf ihrem Schachbrett hin und her. Durch die schlussendliche Auflösung des Kirchenstaats (1803) fallen die politischen Netzwerke der Salzburger Lodron’schen Macht in sich zusammen. Äußerst lukrative Ämter und wichtige Einnahmequellen über das wirtschaftliche System des ehemaligen Kirchenfürsten Salzburgs fehlen nun.

Gmünd vier Jahre nach Übernahme der Herrschaft durch Graf Hieronymus. Das Abbild der Stadt bewahrt die Erinnerung an einen Zustand Gmünds VOR dem großen Stadtbrand aus 1792. Foto: Anton Fritz, Stadtarchiv Gmünd
Als sich diese europäischen Kriege «befrieden», eröffnet sich bereits im Folgejahr das Konkursverfahren über das Hieronymus’sche Vermögen, wie bereits vorhin erwähnt in zwei Stufen. Wer sich für die Details dieser Geschichte interessiert, kann sie in der Carinthia I / 2026, derZeitschrift des Kärntner Geschichtsvereins, Schritt für Schritt nachvollziehen, in dem Aufsatz über die «Schicksalsjahre der Lodron’schen Primogenitur». Denn die Stadt Gmünd ist dieses Jahr erneut mit einem Bericht in der Kärntner Geschichtsforschung vertreten. Der Beitrag vertieft sich mit interessanten Einzelheiten in Vorgänge, die mit einem wirtschaftlichen Desaster enden.
In den mündlichen Überlieferungen der Stadt Gmünd bewahrt sich Hieronymus als «schillernde Persönlichkeit» – so die Aussage des langjährigen Gmünder Chronisten Herbert Wagner. Noch bis vor hundert Jahren erzählt man sich hier die Geschichten über diesen bemerkenswerten Grafen. Eine davon muss Dechant Broll besonders beeindruckt haben. In seinen kirchlichen Aufzeichnungen hinterlässt er eine wahre Rarität, die ihresgleichen sucht. Entdeckt hat sie Michael Glanznig, der Administrator unserer Stadtarchiv-Webseite. Es wird hier nicht mehr verraten, ein wenig Neugierde auf den Carinthia-Artikel darf ruhig sein.
Doch gehen wir zurück in Hieronymus’ Kindheit: Der siebte Inhaber des Fideikommisses der Lodron’schen Primogenitur wird am 21. Mai 1766 in Salzburg geboren. Unter sechs überlebenden Kindern ist er der einzig männliche Nachkomme des Grafen Ernst Maria von Lodron und seiner Ehefrau Antonia Maria, Gräfin von Arco. Auch die Familie seiner Mutter zählt zur relativ kleinen Elite des damaligen Kirchenstaats Salzburgs. Sein älterer Bruder Siegmund war schon in frühem Alter verstorben. Der neue Nutznießer des damals noch ausnehmend umfangreichen Vermögens der Lodron’schen Primogenitur wächst in der Stadt Salzburg auf. Die Familie des Erblandmarschalls Salzburgs bewegt sich dort innerhalb des Fürstenhofs des Salzburger Erzbischofs. Sein Vater Ernst Maria betätigt sich zusätzlich im salzburgischen Landesdienst. Wie üblich hat der Salzburger Adel ebenfalls etliche Aufgaben zu erfüllen, neben den verwaltenden und gerichtlichen hauptsächlich repräsentative. So fördert man im Salzburger Primogenitur-Palast die Kunst, das Theater und die Musik. Nannerl, die Schwester Mozarts, unterrichtet den kleinen Grafen schon früh im Klavierspiel. Sie nennt ihn in einem ihrer Briefe liebevoll «Momolo», übersetzt «Bäuchlein».


Hieronymus’ Schicksal katapultiert ihn ziemlich unsanft aus seiner wohlbehüteten Ordnung im Kreise seiner Ursprungsfamilie. Seinen Vater verliert er im Alter von 13 Jahren. Bereits ein Jahr später stirbt auch seine Mutter – nach einer traumatischen Nacht im jungen Alter von nur 43 Jahren. Dies wird an dem nunmehr 14-jährigen Alleinerben wohl nicht ganz spurlos vorübergegangen sein. Sein Onkel, Graf Niklas von Lodron, k. k. Kämmerer, Geheimer Rat und Obrist-Hofmarschall des Salzburgischen Hofes als auch Inhaber des Sekundogenitur-Vermögens, übernimmt nun die vorher durch Hieronymus’ Mutter ausgeübte Vormundschaft. Sechs Jahre lang wird sich somit das Vermögen der Sekundogenitur als auch der Primogenitur unter seiner Führung befinden. Hieronymus übernimmt die Geschäfte im Alter von nur zwanzig Jahren – nach einer vorgezogenen Großjährigkeitserklärung. Wenige Wochen später heiratet er die gleichaltrige Cäcilia aus der gräflichen Familie der Orsini-Rosenberg.

| «Oh glückliche Erbstaaten im 8ten Dezennium!» rief Hieronymus voll Feuer und Wärme aus. (Zitat aus dem Salzburger Intelligenzblatt vom 01. Dezember 1792) |
Hieronymus wird die bisherige Förderung Mozarts durch die Familie Lodron beenden, da sich Differenzen Mozarts mit dem fürsterzbischöflichen Hofe Salzburgs auftun. Er konzentriert sich in der Folge auf den Komponisten Joseph Haydn. Doch liebt der junge Graf vor allem das Schauspiel: Nicht nur in den privaten Theaterereignissen des Primogenitur-Palastes erprobt er sich schon als Heranwachsender, auch auf einer Münchener Bühne überliefert sich eine seiner Hauptrollen in einer dem «Andromeda-Thema» gewidmeten Aufführung. Liest man Teile aus Hieronymus’ Rede anlässlich seiner Buch-Verteilung an «seine Protestanten» in Dornbach, spricht er bei der dort versammelten Landbevölkerung beinahe wie ein Hauptdarsteller auf einer Theaterbühne, was das beigestellte Textfeld zeigt. Dabei verwies er die Landbevölkerung auf das Gebot für alle Untertanen, «dem Kaiser zu geben – auf das strengste» (!). Die Kinder sollten sich weiterhin fleißig Wissen und Fertigkeiten aneignen, denn «dumme Bauern wolle der Kaiser nicht, sondern vernünftige und wackere». Der dies überliefernde Zuhörer berichtet weiter, wie sich die schnurrbärtigen Männer der vor der Kirche versammelten Runde «Tränen des Danks» weggewischt und ihm Beifall geklatscht hätten.
Den gesellschaftlichen Boden für den nunmehrigen Primogenitur-Stellvertreter der Grafen von Lodron hatte ihm sein Onkel und Vormund bereitet. Seine repräsentativen Aufgaben fasst das Salzburger Hof-Protokoll aus 1793 wie im beigestellten Textfeld zusammen. Hinzu kommt 1806 noch der «Geheime Rat» der jungen k.k. Habsburgischen Erbmonarchie. Schon vor seiner Großjährigkeit führt Graf Niklas sein Mündel in die adelige Gesellschaft ein. So scheinen beide in den Mitgliedslisten der Sozietät «Diana der Jägerin» (1779–1785) auf, deren zentrale Zusammenkünfte in Laibach abgehalten werden.
| Erblandmarschall Herr Hieronymus des heil. röm. Reichs Graf von und zu Lodron, Kastell Roman, Lateranus Patritius romanus nobilis Venetus, der Königreiche Ungarn und Böhmen, dann der Herzogtümer Kärnten und Ferrara, auch der gefürsteten Grafschaft Tirol Landmann, Herr der Herrschaft und Stadt Gmünd, dann zu Kastellan, Kastell Novo, Sommeregg, Rauchenkatsch, Dornbach, Kroneck, Leobeneck, Kallersberg und Seeburg, Sr. k.k. Majestät zc.zc. wirklicher Kämmerer, dann Sr. kurfürstl. Durchlaucht in Sachsen Erbrat. (Aus dem Salzburger Kirchen- und Staatskalender 1793) |
Diese Gemeinschaft bildet in Wahrheit wohl ein weitumspannendes politisches Netz, so der Verfasser der veröffentlichten Liste. Die Leitung lag damals in der Hand des Königs beider Sizilien. Bereits dort erscheinen die Namen all dieser Personen, denen man in Hieronymus’ Biografie noch Jahre später begegnet. In den bildnerischen Darstellungen ihrer «Diana» zeigen sich deutlich die Freimaurersymbole. In Salzburg lässt sich die darauffolgende Nähe Hieronymus’ zur Illuminaten-Loge «Apollo» (Ecclesia Nicosia) nachvollziehen: Sie trifft sich in seinem berühmten Salzburger Garten. Dort lustwandelt man auf einem «Freundschaftshügel», wechselt auf «verschlungenen Pfaden» zur «Freimaurer-Grotte» und anderen Höhlen. «Unter haarsträubenden Formalitäten» soll man dort die Aufnahmezeremonie in diese Vereinigung vollzogen haben, so der Salzburger Historiker Pichler. Ihre Salzburger Treffen verlaufen sich, weil der Habsburger Kaiser bereits nach wenigen Jahren das Verbot der Freimaurer ausspricht (1792–1918). Ein berühmtes Ausflugsziel bleibt die revolutionäre Gartenanlage aber nach wie vor. Erst sechszehn Jahre später wird Hieronymus die inzwischen berühmte Anlage wieder verkaufen (1804). Seine Besitznachfolger bauen sie immer weiter aus und noch Jahrzehnte später besingen sie Dichter und von allen Seiten zollt man ihr Bewunderung. Damals verlagern sich Hieronymus’ persönliche Lebensinteressen schon Richtung Wien.
Seine überregionale Vernetzung zeigt sich auch über den «Königlich Bayerischen Haus-Ritter-Orden vom Heiligen Georg», einer der vier wichtigsten Orden Bayerns, die sich im Königlichen Staatswappen präsentieren. Am 8. Dezember 1799 wird er in München zu einem ihrer Ritter geschlagen und drei Jahre später zu einem «Groß-Komtur ad honores». Die strenge Adelsprobe unterliegt der Kontrolle von acht zurückreichenden Generationen, sowohl auf mütterlicher als auch auf väterlicher Seite. Aus dem Ordenshausbuch überliefert sich das einzige Abbild des Grafen Hieronymus, das im Internet auffindbar ist. Das Stadtarchiv wird sich um eine Kopiergenehmigung kümmern und sein Porträt in das Schaufenster des Stadtarchivs stellen.
Nach der offiziellen Auflösung des Kirchenstaats Salzburg plant Hieronymus, vom Salzburger Fürstenhof an den kaiserlichen Hof in Wien zu wechseln. Er engagiert sich in der Geschäftsführung der Wiener Hoftheater-Betriebe. Als Teil einer Runde von neun fürstlichen und gräflichen Herren übernimmt er die äußere Regie in ihrer «Theater-Unternehmungs-Gesellschaft» und setzt auf diese «Eintrittskarte» in die kaiserlichen Netzwerke. Die Gesellschaft bespielt Burgtheater, Kärntnertortheater und das Theater an der Wien. Insgesamt überliefern sich Investitionen von 1,2 Millionen Gulden durch die Herrenrunde, mit einem bisher unbekannten Anteil Hieronymus’. Das gesamte Vorhaben bleibt aber ein Minus-Geschäft – nicht nur für ihn – und mit 1. Jänner 1809, nach nur zwei Jahren, wird er seine Teilhaberschaft beenden. Während der «Franzosenzeit» lässt sich auch eine Zeit lang sein Bürgermeister-Amt in der Mairie Villach nachvollziehen. Der «Maire Hieronymus» überliefert sich als einer von dreien, die «mit seltenem Freimute der Gemeindearbeit oblagen und auf ihre eigene Gefahr hin den übertriebenen Forderungen der Franzosen entgegentraten». In seinem Villacher Haus residiert vorübergehend der Schwiegersohn Napoleons, seines Zeichens König von Italien, worüber er ihm auch eine Rechnung legt.
Seinen persönlichen Werdegang kann man noch an zwei Klauseln des Primogenitur-Stiftungsvertrags bemessen: Sollte ein Fideikommiss-Inhaber vom «katholischen Glauben abfallen» oder aufgrund «schlechten Wandels oder Verbrechens bestraft werden», sei er abzusetzen, so der stiftende Fürsterzbischof Paris von Lodron. Hieronymus’ Vorliebe für die protestantische Bewegung und sein finanzielles Engagement für ihre Anliegen wird in der Region treu bewahrt. Außerhalb der Grenzen des Salzburger Kirchenstaats wird sich der junge Graf Hieronymus den Zeichen der Zeit öffnen, innerhalb des katholisch regierten Salzburgs kam es nie zur Anerkennung der Lehren Luthers’ – erst nach seiner Auflösung. Hieronymus’ Zuwendungen für das «Toleranzbethaus» in Fischertratten überliefern sich schon nach Ablauf des ersten Jahres seiner Herrschaftsübernahme (1787). Seinen mit 21 Jahren vertraglich zugesicherten Zahlungen an die gestiftete Evangelische Pfarrgemeinde Dornbach (1790) wird er bis 1812 nachkommen – einem Zeitpunkt, an dem seine Vermögenslage bereits zu kippen begonnen hatte. Diese treue Freigiebigkeit des Grafen wird ihn bei den Protestanten in unsterblicher Erinnerung halten, worüber die regionale Geschichtsschreibung schon ausführlich berichtet hat, nachzulesen auch auf der Webseite des Stadtarchivs Gmünd – in der digitalen Version der Festschrift «200 Jahre Evangelische Gemeinde Dornbach».

Die zweite Verhaltensregel für die Nutznießung des Primogenitur-Vermögens sei ans Ende gestellt. Graf Hieronymus’ Lebenswandel war zwar weit entfernt von irgendeiner «Straftat», aber der «katholischen Sittenlehre» entsprach er keinesfalls. Die polizeilichen Akten des kaiserlichen Geheimdienstes, aufbewahrt im Österreichischen Staatsarchiv, berichten darüber. Dort vermerkt sich auch Hieronymus’ engere Geschäftsbeziehung mit seinem Verwandten, Graf Franz von Lodron, Inhaber des Sekundogenitur-Vermögens,der 1817 in Preßburg stirbt. Mehrere Einträge belegen Gewohnheiten, die vor allem Graf Franz nicht gerade im besten Licht erscheinen lassen. Eine Aufnahme in die kaiserliche Hofgesellschaft scheitert jedenfalls für beide. Bisher bleibt es ein Rätsel, wie es dazu kommen konnte, dass Hieronymus seinem in Geschäften nicht gerade vertrauenswürdigen Verwandten eine Hypothek über 140.000 Gulden in Gmünd ausstellte. Nach ihrem wirtschaftlichen Scheitern zogen sich beide Grafen gesellschaftlich zurück. Die Erinnerungskultur des Wiener Kaiserhofs strich sowohl Hieronymus als auch Franz von Lodron aus ihren offiziellen Annalen.
Der dritte Band „Aus Gmünds vergangenen Tagen“ von Georg Broll benennt im Stammbaum der böhmischen Linie der Lodron-Familie auf Seite 104 das Sterbedatum mit 07.03.1823. Durch die extrem kleine Handschrift Brolls gerät das ursprüngliche „9“ für den September bei der Transkription in eine „3“. Wer seine Originalaufzeichnungen kennt, erfasst sogleich das herausfordernde Problem der Entzifferung seiner Aufzeichnungen. ↩︎
Quellen:
Hochfürstlich-salzburgischer Kirchen- und Staatskalender (1793): Die vier Erbämter des hohen Erzstiftes Salzburg begleiten …. Beteiligt: Zezi, Johann B. Salzburg 1793. digitale-sammlungen.de [26.12.2025].
Klagenfurter Zeitung: Tageszeitung, Amtsblatt, hier Jahrgänge zwischen 1816–1895. Verleger: Ferd. v. Kleinmayr / G. M. Mayer u. Nachfolger (hier A. Gelb). ZDB-ID: 2329794-3. Klagenfurt. Online-Portal Österreichische Nationalbibliothek, hier Amtsblatt vom 22. Mai 1816. search.onb.ac.at [22.01.2026] bzw. vom 22. Dezember 1853 (hier: «Vom Jahre 1828») [14.03.2026].
Monasterium.net: Lodron AT-KLA 27-B-334 St. Graf Hieronymus Maria Lodron verkauft Fürst Ernst Josef Schwarzenberg das Gut Aigen. Original im Kärntner Landesarchiv. monasterium.net [14.03.2026].
Mozart, Maria Anna: Brief an ihren Bruder nach München mit einem Postskript des Vaters Leopold. Salzburg, 18. Dezember 1780. In: Halliwell, Ruth: The Mozart Family. Englische Version digitalisiert unter mozarteum.at [13.12.2025].
Österreichisches Staatsarchiv /Inneres: Archivinformationssystem AT-OeStA/AVA. Allgemeines Verwaltungsarchiv, Inneres 1500–1918, Polizei, Teilbestand Polizeihofstelle 1793-1848, Polizeihofstellen Kartei – Buchstabe L, hier für den Zeitraum zwischen 1808 und 1811. [22.01.2026].
Österreichisches Staatsarchiv /Innerösterreichischer Senat: Allgemeines Verwaltungsarchiv. Justiz, ca. 1525–1945. Oberste Justizstelle 1749–1848, Justizsenate 1629–1891, Karton (Faszikel) Nr. 45. Archivinformationssystem AT-OeStA/AVA Justiz OJSt JS IÖS 45 Fideikommisse Graf Lodron, Primo- und Sekundogenitur, 1631–1844: Brandakten. [22.01.2026].
Salzburger Zeitung: Tageszeitung, Amtsblatt, hier Jahrgänge zwischen 1814–1825. Verleger: Franz Xaver Duyle u. Nachfolger (Zaunrith) samt Beilagen: Königlich-baierisches Salzach-Kreis-Blatt, kaiserlich-königlich österreichisches Amts- und Intelligenz-Blatt. Salzburg. Online-Portal Österreichische Nationalbibliothek, hier Amtsblatt vom 22. August 1818. anno.onb.ac.at [22.01.2026].
Stadtarchiv Gmünd: Vormundschaft (1785) Graf Niklas von Lodron. In: Originalurkunde 23. April 1785. Kaiser Josef II. erteilt Graf Niklas Sebastian zu Lodron die Investitur zum Erbmarschallamt im Erzstift Salzburg für seinen Mündling Hieronymus Maria Graf Lodron. Raum 1, Regal 1, Mappe «Lodron-Ausstellung».
Literatur:
BLKÖ I (1866): Lodron, die Grafen von, Genealogie. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich (1856–1891) von Constant Ritter von Wurzbach, hier: Band 15 (1866), S. 370ff. Mit Stammtafel zur Primo- als auch Sekundogenitur. Inhalte digital bearbeitet und zur Verfügung gestellt unter wikisource.org. [zuletzt 17.08.2025].
BLKÖ II (1869): Neugebauer, die Freiherren, Genealogie, hier Band 20 (1869), ab S. 250. wikisource.org [14.03.2026].
Broll, Georg (2017): Aus Gmünds vergangenen Tagen. Beiträge zur Lokalgeschichte. Dritte Lieferung: Die Zeit nach 1600. Herausgeber: Wilscher, Horst. Eisentratten/Gmünd i. K. 2017.
Burgtheater (1892): Katalog der Portrait-Sammlung der k.u.k. General-Intendanz der k.k. Hoftheater: zugleich ein biographisches Hilfsbuch auf dem Gebiet von Theater und Musik. Verlag Künast, A. W.: Wien (1892), hier S. 272. archive.org [17.08.2025).
Centro Studi Judicaria (1999): Auf den Spuren der Lodron. Die Ereignisse – die Persönlichkeiten – die Zeichen. Gesamtleitung: Basilio Mosca. Giunta 1999.
Danner, Peter: Höhlenbesuche und Höhlenforschung in Salzburg um 1800. Peter. In: Mitteilungen Haus der Natur 24 (2017), S. 100–131. researchgate.net [14.03.2026].
data.cerl.org: Consortium of European Research Libraries. Hier unter CERL-Thesaurus: «Lodron, Hieronimus, Graf». cerl.org cnp02433420 [17.08.2025].
Ghon, Carl: Oberkärnten unter französischer Herrschaft. Villach 1907, hier Seiten 8, 30 (Rücktritt 1811) und 74. ubdocs.aau.at [13.12.2025]. In den am Schluss beigefügten Quellenangaben werden unter Nr. 23 die Zeugen «Schneidermeister Adam und Gelbgießermeister Herbst» genannt.
Hilscher, Elisabeth Th. (2004): Artikel «Lodron, Familie». In: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits. Österreichische Akademie der Wissenschaften. (letzte inhaltliche Änderung: 14.3.2004). musiklexikon.ac.at [28.11.2025].
Hochradner, Thomas: Ein Fest für Paris Graf Lodron. In: Salzburger Nachrichten, 8. Juni 2019. Uni-Nachrichten der PLU Salzburg. plus.ac.at [13.12.2025].
Hübner, Lorenz (1792): Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden. 1, Topographie. Salzburg 1792. digitale-sammlungen.de [23.12.2025].
Hübner, Lorenz (1796): Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik. 3. Die übrigen Gebirgsortschaften und die ausländischen Herrschaften des Erzstiftes nebst dessen Beschreibung im Allgemeinen. Salzburg 1796, hier S. 890f. Online unter digitale-sammlungen.de [17.08.2025].
Institut für Österreichische Geschichtsforschung (Hrsg.): Österreich und Europa: Festgabe für Hugo Hantsch zum 70. Geburtstag. Styria Verlag: Wien 1965, hier S. 74 (Suchwort «Lodron»): books.google.com [14.03.2026].
Jaksch, August von (1900): Archivberichte aus Kärnten 1: Die Graf Lodron’schen Archive in Gmünd. In: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie. Herausgeber: Geschichtsverein für Kärnten. Leitung: Freiherr von Ankershofen, Gottlieb, vol. 19 (1900), S. 89–260. archive.org [22.08.2025].
Königlich-Baierische Staats-Zeitung (1806): Meldung aus «Wien, 22. November».In:Jahrgang 7 (1806) vom 27.11.1806. Hier: Königl. Baier. Münchner Zeitungs-Comtoir: München 1806. digitale-sammlungen.de [20.12.2025].
Leibnitz, Thomas: Mozart – ein Freimaurer. Blogbeitrag vom 04.07.2017. Blogbeitrag Forschung – Musik. Webseite der Österreichischen Nationalbibliothek. onb.ac.at [14.03.2026].
Lorey, Gerhard: Die Schwarzacher Versammlungen der Salzburger Protestanten im Jahre 1731 / Die Vorgeschichte. In: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Band 114 (1974), hier S. 243. zobodat.at [20.12.2025].
Lothar, Rudolph (1899): Das Wiener Burgtheater. Verlag E. A. Seemann / Gesellschaft für graph. Industrie: Leipzig/Berlin/Wien 1899, hier S. 39. Digitalisiert books.google.at [20.12.2025].
Martin, Franz (I): „Der Gaisberg im Wandel der Jahrhunderte“ (1929). In: Aus Salzburgs Vergangenheit. Gesammelte Aufsätze (1942). Beiheft zu den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 1942: Beilage Hauptteil, hier S. 3f. anno.onb.ac.at [17.08.2025].
Miedaner, Stefan (1985): Salzburg unter bayerischer Herrschaft. Die Kreishauptstadt und der Salzachkreis von 1810 bis 1816. Dissertation: München 1985. In: Mitt(h)eilungen der Salzburger Landeskunde, zobodat.at [21-08.2025].
Miklautz, Margarete (2001): Die Lodron des 20. Jahrhunderts. Herausgeber: «Il chiese» s.c.r.l. San Zeno: Oktober 2001. Vergriffen.
Österreichische Nationalbibliothek: «300 Jahre Freimaurer: Das wahre Geheimnis.» Pressemeldung vom 21. Juni 2017. arc.onb.ac.at [14.03.2026].
Pichler, Marlene (1997): «Privatarchiv Lodron». Repertorium 21-14/08 (findbuch-lodron.pdf). Salzburger Landesarchiv. Salzburg 1997. Hier: wayback machine / Internet Archive [14.03.2026].
Presbyterium der Evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Dornbach [Hrsg.] (1990): Festschrift 200 Jahre evangelische Pfarrgemeinde A. B. Dornbach 1790–1990. Für den Inhalt verantwortlich: Lewin, Siegfried / Payer, Elfriede / Wagner, Herbert. Gmünd 1990, hier S. 18ff. Datei digital zur Verfügung gestellt vom Stadtarchiv Gmünd: stadtarchiv-gmuend.at [20.12.2025].
Radics, P. von: Zur Geschichte der adeligen Gesellschaft «Diana». In: A. Hugos Jagdzeitung vom 31. Mai 1877. Herausgeber und Redakteur: Abbert Hugo. Wallishausser: Erscheinungsort Wien (1880–1916), hier S. 301ff. anno.onb.ac.at [14.03.2026].
Unbekannt: «Eingesandte edle Handlung eines Gutsherrn». In: Salzburger Intelligenzblatt: IX. Beyträge zur Erbauungslehre. 01.12.1792 (Jahrgang 8), hier Spalte 763ff. digitale-sammlungen.de [14.03.2026].
wikisource.org: Lodron, die Grafen von – Genealogie. GND-Eintrag: 121381420. Aus: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich (BLKÖ) – Kategorie korrigiert, Band 15 (1866), S. 370ff. de.wikisource.org, Fassung vom 1. Mai 2025 [zuletzt 25.01.2026].