Dreihundert Jahre: Die Grafen von Lodron in Gmünd
Ulrike Mengeu

Stadtnachrichten-Beitrag aus April 2009
Nachveröffentlichung: 23. April 2026
Aktualisierung und Neubebilderung: Ulrike Mengeu

1639 erhielt Wolf Dietrich (II.), Sohn und Erbe von Hans Rudolf von Raitenau (Pfandherr von Gmünd von 1601–1633), die kaiserliche Genehmigung, die Herrschaft Gmünd an die Grafen von Lodron zu verkaufen. Da Wolf Dietrich (II.) kurz darauf verstarb, vollzog seine Mutter, Gräfin Maria Sidonia von Raitenau, als Testamentsvollstreckerin den Verkauf. Mit den beiden unmündigen Enkelkindern, für die sie gemeinsam mit Fürsterzbischof Paris Lodron die Vormundschaft übernommen hatte, übersiedelte sie ins Schloss Mirabell nach Salzburg.

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Eine schillernde Persönlichkeit
Aschenpacher 1790

Graf Hieronymus Maria Joseph von Lodron (1766–1823)

Helmut Fertin
Kalvarienbergkirche mit der dahinterliegenden Familiengruft der Grafen Lodron. Bei Hieronymus von Lodron handelt es sich um den Familienvater der dort zur Ruhe gelegten Familienmitglieder. Errichtet hat diese sein Sohn Constantin (1806–1880) – aus Anlass des Ablebens seiner ältesten Schwester Julia († 1840). Ein Jahr später trägt er dort seine Mutter zu Grabe, die an ihrem 75. Geburtstag in Wien stirbt. Foto: Anton Fritz, Stadtarchiv Gmünd.

Am 7. September 1823 verstirbt der gräfliche Familienvorstand Hieronymus von Lodron in Wien.1 Er hinterlässt seine Witwe Cäcilia, vier Töchter und den 17-jährigen Sohn und damit Haupterben Constantin. Bisher lässt sich seine Grabstätte nicht auffinden, weder in Salzburg noch in Wien. Wer den Weg zur Gmünder Lodron’schen Familiengruft hinter der Kalvarienberg-Kapelle findet, steht vor seiner Familie.

Nichts erinnert dort an ihn. Der Übergang der Fideikommiss-Inhaberschaft von Hieronymus auf seinen Sohn Constantin wird in den Unterlagen des Gmünder Chronisten Dechant Broll mit 1825 datiert, obwohl Hieronymus bereits 1823 verstorben war. Was war passiert?

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