In den Stadtnachrichten der Stadt Gmünd in Kärnten und jetzt auch hier erscheint seit 2003 regelmäßig ein Beitrag über die ältere oder jüngere Geschichte der Stadt und Umgebung. Zuerst gemeinsam von Herbert Wagner ✝ und Anton Fritz verfasst, später von Anton Fritz übernommen, schreibt heute vorwiegend Ulrike Mengeú.
Graf Hieronymus Maria Joseph von Lodron (1766–1823)
Helmut Fertin
Kalvarienbergkirche mit der dahinterliegenden Familiengruft der Grafen Lodron. Bei Hieronymus von Lodron handelt es sich um den Familienvater der dort zur Ruhe gelegten Familienmitglieder. Errichtet hat diese sein Sohn Constantin (1806–1880) – aus Anlass des Ablebens seiner ältesten Schwester Julia († 1840). Ein Jahr später trägt er dort seine Mutter zu Grabe, die an ihrem 75. Geburtstag in Wien stirbt. Foto: Anton Fritz, Stadtarchiv Gmünd.
Am 7. September 1823 verstirbt der gräfliche Familienvorstand Hieronymus von Lodron in Wien.1 Er hinterlässt seine Witwe Cäcilia, vier Töchter und den 17-jährigen Sohn und damit Haupterben Constantin. Bisher lässt sich seine Grabstätte nicht auffinden, weder in Salzburg noch in Wien. Wer den Weg zur Gmünder Lodron’schen Familiengruft hinter der Kalvarienberg-Kapelle findet, steht vor seiner Familie.
Nichts erinnert dort an ihn. Der Übergang der Fideikommiss-Inhaberschaft von Hieronymus auf seinen Sohn Constantin wird in den Unterlagen des Gmünder Chronisten Dechant Broll mit 1825 datiert, obwohl Hieronymus bereits 1823 verstorben war. Was war passiert?
Aus den Protokollen des Gemeindetags der «dunklen» 1930er Jahre
Eine gute Erinnerung bewahrt vor Wiederholung dieser Handlungen, die sich bereits als Irrtum herausgestellt haben.
Der diesmalige Beitrag beschäftigt sich mit zwei Gemeindeprotokoll-Einträgen aus einer recht «dunklen Zeitspanne» für das Stadtarchiv: Die vorhandenen Protokolle aus den 1930er Jahren sind nicht vollständig. Der vorliegende Bericht zeigt zudem auf, wie bereits ein einziges Gemeindeprotokoll ein großes Schaufenster in ein ganzes Jahrzehnt öffnen kann, das nun schon – oder erst? – neunzig Jahre in der Vergangenheit liegt. Zum ersten Mal berichten hiermit die Stadtnachrichten aus den regional immer noch «sehr vorsichtig zu behandelnden» politischen Ereignissen der 1930er Jahre.
Ein Bericht aus dem Privatarchiv des Gmünder Chronisten Karl Lax
Das Gespenst der Gräfin Salamanca aus dem Schloss Porcia in Spittal kennt beinahe jeder aus der Region. Dass sich aber auch im Gmünder Schloss Spukgeschichten überliefern, weiß kaum jemand. Bewahrt hat diese Geschichten der Gmünder Chronist Karl Lax. Er legte diese Erzählungen in sein Privatarchiv. Eine händische Aufzeichnung trägt mit 23.09.1959 sogar ein Datum. Die Schlossherren gaben diese Geschichten von jeher nur selten zum Besten – und wenn, dann im eng vertrauten Kreise bei entsprechend redseliger Stimmung, so Karl Lax. Nur ungern sprach man über diese Erlebnisse. Da tauschten sich die Gräfinnen schon etwas bereitwilliger untereinander aus. Zwei von ihnen hielten sich noch zu seinen Lebzeiten in Gmünd auf, nämlich die beiden Gräfinnen Auguste und Maria Lodron.
Im Mai 2025 wird am Hauptplatz ein zukunftsweisender Schritt vollzogen: Das historische «Lax-Haus» verwandelt sich in ein «Kunsthaus» der Künstlerstadt Gmünd. Die Privatstiftung Künstler:innenstadt Gmünd widmet sich der Zukunft der Stadt Gmünd, das Stadtarchiv ihrer Vergangenheit. So berichtet dieser Artikel aus dem Leben des Lax-Haus-Eigentümers um die Mitte des 19. Jahrhunderts, dem Realitätenbesitzer Josef (II.) Lax. Als junger Mann schreibt er Briefe an seinen Onkel Josef (I.). Sowohl Onkel als auch Neffe Josef bekleiden das Amt des Bürgermeisters der Stadt Gmünd – wenn auch jeweils nur für wenige Jahre. Der beigestellte Ausschnitt aus der bereits im Dezember 2023 vorgestellten Familientafel erinnert an den Hintergrund der beiden gleichnamigen Lax-Männer, die hier miteinander im Briefkontakt waren.
Der Werdegang des Stadtvereins Gmünd in Kärnten steht unter wechselnden Überschriften. Je nach gegebener Zeit bearbeitet der Verein die jeweils aktuellen Anliegen der Stadt. Von Beginn an widmet sich der Stadtverein zunächst der Stadtentwicklung. Die beigefügten Abbildungen aus Gmünd sind aus einem ganz bestimmten Grunde älter als hundert Jahre: Sie verkörpern die Zeit Frido Kordons in Gmünd – und damit jene Zeitspanne, auf die sich der ursprüngliche Kern des heutigen Stadtvereins zurückführen lässt.
Der heute 86-jährige Gmünder Ehrenringträger Helmut Pfeifhofer zählt zu den wenigen, noch lebenden Zeugen dieser Zeitspanne, als sich die Ahnen der heutigen Porsche-Dynastie mit ihrem Unternehmen für wenige Jahre auf der Karnerau niederließen (November 1944–Anfang 1951). Prof. Ferdinand Porsche samt seinem gleichnamigen Sohn, genannt Ferry, zogen mit ihrem Konstruktionsbüro hinter die Fassade einer unverdächtigen Holzfabrik ein. Damals war Helmut Pfeifhofer ein Bub mit gerade sechseinhalb Jahren. Dass nicht nur der allererste Porscheflitzer, sondern mit ihm auch der erste glühende Porsche-Fan überhaupt aus Gmünd stammt, das erzählt die nun folgende Geschichte aus dem Stadtarchiv! Sie transportiert nicht nur die Seele des heutigen Porsche-Museums, es ist auch ein Beitrag zur Kärntner Nachkriegsgeschichte in der Region Lieser-/ Maltatal. Jeder Anfang besitzt einen ganz besonderen Zauber – und verzaubert hat es den in Gmünd heranwachsenden Unternehmersohn Helmut aus der Eigentümerfamilie der Wollwarenfabrik Pfeifhofer in der Unteren Vorstadt von Beginn an.
Diesmal widmet sich der Bericht aus dem Stadtarchiv der bisher einzigen weiblichen Ehrenringträgerin der Stadt Gmünd. Ein derartiger Ehrenring wird per Gemeinderatsbeschluss als Auszeichnung an Personen vergeben, die im besonderen Maße mit der Stadt und ihrem Bekanntheitsgrad verbunden sind. Bisher summieren sich vierzehn derartiger Würdigungen.
Die Familie Lax stammt ursprünglich aus der Schweiz, so Ida Weiss († 2009) im Vorwort von Karl Lax‘ Chronik der Stadt Gmünd. Die Kärntner Schriftstellerin aus Bleiburg, die mit ihm persönlich gut bekannt war, erwähnt in einem Zeitungsartikel aus 1979 ein ehemaliges Schweizer Familienwappen. Es soll aus dem 14. Jahrhundert stammen und sich im Dresdner Wappenarchiv auffinden lassen.
Auf dem vorerst letzten Spaziergang durch die Flurnamen der Stadtgemeinde Gmünds wechseln wir über die Lieser auf den Abhang des Tschiernocks (2088 m). Diesmal interessiert der Bereich zwischen dem Platzgraben und dem Bergausläufer entlang des Nöringgrabens südlich Gmünds. Frido Kordon überliefert uns auf seiner händisch gezeichneten Karte einige Namen, die kein Kartenwerk zeigen wie z. B. den Landfraßgraben als Schrottengraben. Auf dem Nord-Süd gerichteten Ausläufer des Tschiernocks vermerkt er neben dem Rest (1425 m) und dem Gaiszipf (1568 m) noch das Brauseck (1816 m). Der westliche Bergausläufer liegt mit seinem Schlöfkogel bereits außerhalb der Stadtgemeinde Gmünd. Dieser landete von seiner Mundart befreit als Schlafkogel aber auch Schlafkopf (1684 m) in den Kartenwerken. Zu dessen Füßen befinden sich Trasischk und Treffling. Die linksseitigen Hänge der Lieser (KG Landfraß und KG Puchreit) gehören noch nicht lange zur heutigen Stadtgemeinde Gmünd. Anfangs zinsten dort die meisten Huben an das Kloster Millstatt, gingen aber nach Auflösung des Jesuitenordens (1773) in die staatliche Verwaltung über. Das ehemals namengebende Puchreit im Osten Gmünds liegt bereits über die Kuppe des Rests hinweg im Nöringgraben. Erst 1958 fiel der entsprechende Teil der KG Puchreit an die Stadtgemeinde Gmünd, der Rest blieb bei der Gemeinde Krems.
Diesmal starten wir bei der Gemeindegrenze im Osten der Grünleiten-Siedlung und wandern über den Talboden Richtung Krainberg und dann weiter hinauf. Linker Hand lässt man den Turnerhof liegen. Das mittelhochdeutsche turner/türner weist auf einen Glockenturm. Diese Besonderheit bei bestimmten Bauernhäusern befand sich auf dem Dach. Eine derartige Hausglocke rief alle zum Essen oder markierte den Feierabend. Läutete sie außerplanmäßig, konnte es auch ein Hilferuf sein, z. B. bei einem Brand. Beim weiteren Hinaufspuren durch die Bäume liegen rechter Hand die äußeren Höfe des Treffenbodens. In den älteren Regionalkarten taucht meist der nördlichste Hof Otzer auf. Das gesprochene Etzer/Ötzer verweist auf etz als eine umzäunte Weide, das Vieh ließ man atzen = abweiden, also vermutlich ein Hofname nach dem Weideplatz.